Brief an Linda- über das Recht einer jeden Frau auf eine selbstbestimmte, gewaltlose, respekt- und würdevolle Geburt

Eine Nachricht, die mir Gänsehaut macht. Wie so oft, wenn ich Geburtsberichten lausche. Die Nachricht von meiner Freundin Linda, rührt mich sehr und ich muss ihr sofort antworten. Aber von vorn:

Linda schreibt mir:

„…ich hätte mir  jemanden gewünscht, der versteht wie es sich anfühlt, wenn die Hebamme bei der Geburt kein bisschen auf einen eingeht. Wenn am Ende alle Wünsche ignoriert werden und man sich ausgeliefert und hilflos fühlt. Alle sagen nur: „naja, es ist doch rum. Und es kam ja was Gutes dabei raus. Stimmt ja auch.“

(ich frage nach, ob sie mir mehr erzählen mag: )

„Es war gar nicht so dramatisch, ich hatte nur diesen einen großen Wunsch. Ich wollte mein Baby mit auffangen. Ich wollte ihn gleich mit meinen Händen halten. Als ich in den Kreißsaal kam, war eine Hebamme da, die gerade erst zum Nachtdienst gekommen ist.

Sie hat mir nicht zugehört. Ich sollte auf das Kreißbett. Immer wieder habe ich gesagt, dass ich auf den Hocker möchte. Ich wusste, ich könnte besser nach unten pressen. Sie hat immer nur gesagt: „Nach der nächsten Wehe!“.  Bis sie irgendwann gesagt hat: „Zu spät, jetzt kommt er schon.“ Sie hat mit mir geschimpft weil ich die Beine nicht richtig gehalten habe, aber das war einfach ein Reflex. Ich konnte es wirklich nicht anders. Als das Baby kam, hat die Hebamme meine Hände weggeschoben, ich durfte nur den Kopf anfassen, als er draußen war.

Jetzt muss ich doch tatsächlich immer noch weinen, wenn ich das schreibe. Ich konnte mich während der Schmerzen einfach nicht wehren. Ich fand es auch so schade, dass sie darauf bestanden hat ihn gleich abzunabeln, sobald er auf mir lag.“

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Linda

Meinen Brief an Linda darf ich hier öffentlich zeigen. Denn es ist ein Brief nicht nur an Linda sondern an alle Frauen, die während der Geburt Dinge erlebt haben, die sie nicht erleben hätten sollen. Frauen, die sich übergangen fühlen, würde- und respektlos behandelt gefühlt haben und das Gefühl von Hilflosigkeit und Scham, wie Linda, kennenlernen mussten.


 

„Liebe Linda,

deine Nachricht berührt mich sehr und auch mir kommen beim Lesen die Tränen. Du schreibst, es sei nicht dramatisch. Ich finde es dramatisch. Sehr sogar. Das was du erlebt hast, sollte keine Frau erleben müssen. Und damit meine ich zwei Dinge. Zum einen, das was du bei der Geburt erlebt hast- du schreibst, dein Wunsch wurde ignoriert und du wurdest unter der Geburt „geschimpft“, weil du etwas „nicht richtig“ gemacht hast. Das allein ist furchtbar. Doch da kommt noch etwas ebenso Schlimmes dazu. Das Gefühl, mit dem du allein gelassen wirst. Allein gelassen von denen, die es dir angetan haben (in deinem Fall der Hebamme) und auch von deinem Umfeld.  Zu sagen. „naja, es ist doch rum. Und es kam ja was gutes dabei rau!“  ist fast genauso ein Vergehen an dir, wie die eigentliche Verletzung, die dir im Kreißsaal zugefügt worden ist.

Das, was du im Kreißsaal erlebt hast, ist unrecht. Es wurde dir Unrecht getan.

Es war deine Geburt. Dein Kind. Dein Wunsch.

Du hattest das Recht, wie alle Gebärenden, auf eine selbstbestimmte, würdevolle  und respektvolle Geburt, aus der du gestärkt herausgehen solltest. Das alles wurde dir genommen. Es ist ein Verbrechen eine Frau so zu behandeln, dass sie sich ihres Wunsches beraubt fühlt, sie zu „schimpfen“ weil sie die Befehle einer Fremden nicht befolgen kann ist Verletzung der Würde. Dich mit diesen Verletzungen allein zu lassen ist eine Respektlosigkeit.

Und um Missverständnissen  vorzubeugen:  natürlich gibt es Gründe, warum es wichtig sein kann, dass eine Frau ihr Kind in einer anderen Position gebiert als auf dem Hocker. Es kann auch Gründe geben, einer Frau unter der Geburt in einem deutlichen und bestimmten Ton zu sagen, was sie machen muss (wenn es geburtshilflich notwendig ist) und darauf zu bestehen. Genauso wie es für viele weitere invasive Dinge unter der Geburt gute Gründe geben kann. Doch das, worauf es ankommt, ist: die Würde und den Respekt der Frau zu bewahren. Ich bin mir sicher, dass es nicht immer möglich ist, alle Wünsche einer Frau zu erfüllen. Aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist: was wird der Frau vermittelt und wie geht es ihr danach. Es gibt einen Unterschied dazwischen, ob ein Wunsch nicht in Erfüllung gehen konnte (z.B. weil es geburtshilflich nicht möglich war) oder ob der Wunsch ignoriert wurde und die Frau damit ihres Wunsches beraubt.  Du hättest dich sicher anders gefühlt, wenn die Hebamme dir in der Wehenpause in die Augen gesehen hätte und gesagt hätte: „Ich habe Sie gehört, ich habe ihren Wunsch wahr genommen. Im Moment ist es wichtig, dass Sie hier liegen, weil so und so…, sollte es möglich sein, dass Sie noch auf den Hocker können, werde ich Ihnen bescheid geben.“ Doch das Verhalten deiner Hebamme war respektlos und verletzend.

Schlimm genug. Doch nun kommt hinzu, dass dir das Recht genommen wird, dieses Erlebnis zu betrauern. Das Umfeld, dass dir sagt: „Ende gut, alles gut.“ Doch so ist es oft einfach nicht. Natürlich ist es wichtig, dass du und dein Kind gesund seid. Und es ist gut, dankbar für dieses Glück zu sein. „Hauptsache es sind alle gesund!“ das ist ein Spruch, der in diesem Zusammenhang oft gesagt wird. Und ich finde, das ist falsch. Das alle gesund sind, das ist wichtig, ohne Frage. Aber es ist auch wichtig, dass wir Frauen unter der Geburt nicht verletzt, gedemütigt oder gekränkt werden. Und wenn das doch eintritt, wie es bei dir und so vielen anderen Frauen der Fall ist, dann müssen wir das Recht haben darüber zu sprechen und dieses Erlebnis zu betrauern! Denn es ist traurig!

Ich verstehe, dass es oft gerade die Menschen sind, die uns trösten wollen, die so etwas sagen „Ach jetzt ist es ja vorbei!“ doch es ist nicht tröstend. Es ist das Gegenteil.

Liebe Linda. Ich möchte dich einladen traurig zu sein. Und es aus zu sprechen. Du musst nicht sagen: „so dramatisch war es nicht“. Aus deinen Zeilen lese ich, dass es schlimm war. Für dich. Für dein Herz. Und ich habe es schon oft gehört in den Erzählungen von Frauen. Da steckt eine Traurigkeit und Verletzung in den Worten, die da keinen Platz findet. Die sich versteckt hinter den Worten und am Ende des Berichtes oft mit dem Satz: „ach, jetzt ist ja alles gut und so schlimm war es auch gar nicht!“ weggewischt wird.

Ich möchte dir und allen Frauen Mut machen: traut euch die Trauer, Angst, Wut oder Enttäuschung zu fühlen und auch aus zu drücken! Ihr dürft es, entgegen der gesellschaftlichen Erwartung, fühlen und ausdrücken! Es wird dadurch nicht schlimmer, es ist der erste Schritt der Verarbeitung! Ihr seid es WERT, euch anzuhören und ihr habt das Recht auf alle Gefühle!

Steht (innerlich) auf und gebt eurem Erlebten eine Stimme! Tut es nicht ab, als ob da nichts wäre! Wenn es Platz bekommt, dann wird es irgendwann kleiner. Und dann kannst du irgendwann Frieden damit schließen. Das geht jedoch nicht, wenn es gar nicht da sein darf.

Vertraue dich jemandem an. Schreibe es auf. Schreibe es mir. Wenn du magst und es sich richtig anfühlt, sprich auch mit einem Profi darüber. Frag die Hebamme deines Vertrauens nach einem Gespräch oder suche dir einen Therapeuten, der daran mit dir arbeitet. Also, wenn sich das richtig anfühlt. Fühl in dich hinein, was dir gut tut. Die Geburten unserer Kinder sind Erfahrungen, die uns prägen. Die wir nie vergessen. Zumindest die Gefühle des Erlebten vergessen wir nicht. Die Intensität des Schmerzes, die Wandfarbe des Kreißsaals, der Name der Hebamme. All das vergessen wir vielleicht. Doch das, wie wir uns Gefühlt haben, das vergessen wir nicht. Das bleibt. Und darum muss es ernstgenommen werden.

Liebe Linda, du hast ein Kind auf die Welt gebracht! Welch Wunder! Und ich bin mir sicher, dass du es großartig gemacht hast. Du hast nichts verkehrt gemacht. Warum ich das sicher weiß, ohne dabei gewesen zu sein? Weil ich bei all den Geburten, bei denen ich anwesend war,  noch nie, wirklich noch NIE eine Frau erlebt habe, die etwas falsch gemacht hat. Jeder Frau, die ein Kind (ganz egal wie!!!) auf die Welt gebracht hat, verdient tiefsten Respekt und Demut dieses Wunders gegenüber. Denn es ist ein Wunder und eine un-vorstellbare Leistung.

Einem Kind das Leben schenken. Größtes Wunder. Wunder deines Lebens. Wunder des Lebens.

In tiefer Verbundenheit, deine Freundin Jule“

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Lindas kleines Wunderwesen


Dich berührt das Thema? Dann teile diesen  Artikel gern. Möglichst viele Frauen sollen ermutigt werden, ihre Geschichte zu erzählen/auf zu schreiben.

Wenn du magst, kannst du mir von deiner Geschichte erzählen. Ich lese sie gerne und behandle deine Nachricht natürlich vertraulich. Wahrscheinlich ist es mir nicht möglich inhaltlich darauf ein zu gehen, aber das Schreiben allein wird dir helfen.

Weitere Infos zu diesem Thema findest du auch auf der Seite „gerechte Geburt“ oder auf facebook unter roses revolution.

Du hast Lust dich mit anderen Frauen aus zu tauschen, die ähnliches erlebt haben? Vielleicht schreibst du mir einfach eine kurze Mail, dann kann ich vielleicht Kontakte zwischen euch herstellen!

 

 

Meine Vision #herzensbuch

Ein Buch. Für jede junge Mutter. Ein Buch, das Mut und Kraft schenkt. Und gelegentlich ein Lächeln. Das begleitet. Auf dem Weg. In das Leben mit Kind(ern).

Das ist meine Vision. Kein Ratgeber, kein Roman und kein Sachbuch. Ein Herzensbuch. Mein #herzensbuch für dich.

Als Frau und als Hebamme ist es meine Aufgabe und großes Anliegen andere Frauen und Mütter zu unterstützen und ihnen Kraft zu geben. Sie zu begleiten und ihnen Halt zu geben. Und das gelingt mir manchmal mit meinen Texten. Zu Anfang war es eine Überraschung für mich als ich Nachrichten von euch erhalten habe, in denen ihr mir erzählt habt, dass euch meine Worte und Zeilen bewegen und ihr euch verstanden fühlt. Dass ich euch inspiriere und Mut mache. Besonders der Artikel „You are enough“ und meine Einladung ins Wochenbett hat viele bewegt. Darüber habe ich mich so gefreut. Und der Wunsch nach einem Buch, das junge Mütter in die Hand nehmen können und durchblättern und mit einem guten Gefühl wieder weg legen, wurde immer größer.

Nun existiert das Projekt #herzensbuch schon so lange in meinem Kopf und meinem Herzen. Und bisher hatte ich zu viel Angst es an zu gehen. Es ist ein großes Projekt. Und mir fehlt an vielen Stellen das Know-how und auch ein finanzielles Polster um Experten mit an Bord zu holen (ich sehe mich schon wie ich mit einem Klenbestift die Fotos aufklebe und im Copyshop die einzelnen Seiten meines Buches zusammentacker). Aber nun habe ich mich entschieden es einfach an zu fangen. Und ganz offen zu sein für das, was sich daraus entwickeln kann.

Aber nun zum wichtigsten Teil: meine Ispiration und meinen Antrieb bekomme ich von euch. Jede einzelne Nachricht bestärkt mich in meinem Wunsch und inspiriert mich. Und deswegen möchte ich euch einladen das Buch mit mir zusammen zu gestalten. Mich interessiert, was euch interessiert. Was für dich die wichtigen, die großen Themen des Mutterwerdens sind.

Falls du Lust hast mich zu unterstützen, melde dich doch gerne für meine zauberschoene Post an! Darüber können wir in Kontakt bleiben und ich halte dich auf dem Laufenden, was gerade so passiert. (Du findest die Anmeldemöglichkeit oben auf der rechten Seite des Blogs oder wenn du mit dem Smartphone danach suchst gaaaaanz unten am Ende des Blogs.)

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Ich bin so gespannt, was ihr zu dem Projetkt sagt und wie sich alles entwickeln und wachsen wird. Wenn du magst, lass mich doch gleich hier in den Kommentaren wissen, was du zu meinem Projekt denkst!

Babypflege- und warum es dabei nicht um die richtige Technik sondern um Liebe geht

Auf meiner Mama-to-do-Liste steht der Punkt Babypflege. Ein wichtiger Punkt, den ich hier nochmal genauer beschreiben möchte. Denn so wie wir unser Kind pflegen, so begenen wir unserem Kind und können es unsere Liebe spüren lassen.

Weil ich mich noch so gut daran erinnere, wann ich mich das erste Mal ganz bewusst mit diesem Thema auseinander gesetzt habe, möchte ich euch davon erzählen.

Als ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit als Hebamme meinen ersten Babypflegekurs vorbereitet habe, war ich ziemlich ratlos. Was sollte ich mehrere Stunden werdenden Eltern beibringen? Klar, wie man wickelt, ein Säugling anzieht und ihn badet. Da gibt es einige wenige Handgriffe, die wirklich nützlich sind. Um die zu „lehren“, brauche ich maximal 30 Minuten. Denn die meisten Handgriffe geschehen ganz intuitiv richtig. Man muss sie nicht lernen, nicht üben. Nun hatte ich den Kurs aber schon zugesagt und beschloss einfach ins kalte Wasser zu springen und mich von dem überraschen zu lassen, was die Teilnehmerin gerne wissen wollten. Zugegeben, das hätte auch ziemlich in die Hose gehen können. Ist es aber nicht. Denn es war ein inspirierender Nachmittag.

Begonnen haben wir mit den paar wirklich wichtigen sachlichen Grundlagen, die zur Babypflege wichtig sind. Damit waren wir ziemlich schnell durch. Und dann, dann wurde es richtig spannend. Schnell wurde nämlich klar, dass die Pflegesituation in den ersten Wochen und Monaten eine wunderbare Gelegenheit der Begegnung mit unserem Kind bietet. Denn Hand aufs Herz, in dieser ersten Zeit besteht der Alltag des Babys aus Schlafen, Trinken und gepflegt werden. Gemeinsames „Spiel“ oder erste Unterhaltungen kommen erst viel später. Während dem Schlafen und dem Trinken ist eine Kommunikation zwischen Eltern und Baby nur bedingt möglich. Also bleibt die Pflegesituation. Das Baby ist wach und im Idealfall ist sein Bedürfnis nach Schlaf und Trinken gerade erfüllt und es ist bereit die Welt wahr zu nehmen. Und es nimmt seine Welt nicht nur mit den Sinnen Hören und Sehen war, sondern ganz ausgeprägt auch über Berührungen und den Tastsinn. Und genau das machen wir ja, wenn wir unser Kind Pflegen. Berühren. Egal ob wir es wickeln, kleiden oder baden. Unsere Hände sind am Kind. Und diese Situation sollten wir ganz bewusst nutzen. Sie nicht nur als „notwendiges Übel“ sondern als Gelegenheit unserem Kind zu begegnen sehen.

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Klingt ganz schön theoretisch? Ist es gar nicht! Hier ein paar Ideen zur Umsetzung:

  1. Nimm dir Zeit. Eile dich nicht. Das ist wohl mit das Schwerste. Aber auch das Wichtigste. Nimm dir Zeit da zu sein.
  2. Deine Hände. Achte einmal ganz bewusst auf deine Hände. Und dann verlangsame deine Hände. Mach alles ganz langsam. Berühre dein Kind sanft und langsam. Aber mit Kraft. Durch unsere Berührung können wir unseren Kindern Halt und Sicherheit vermitteln. Denk daran, wenn du es berührst.
  3. Deine Worte. Sprich mit deinem Kind. Erkläre ihm alles, was du tust. Ja, auch dem ganz kleinen Baby. Es versteht dich nicht? Aber doch! „Ich werde dir jetzt die Hose ausziehen… und nun mache ich die Knöpfe auf… Schau, hier habe ich einen Waschlappen, ich werde dich nun Waschen…“ Natürlich versteht das Kind deine Worte nicht. Wohl aber deine Zuwendung. Dein Da-sein. Deine Liebe. Und die Sicherheit.

Versuch es doch einmal. Beim nächsten Wickeln vielleicht. Nur die drei Punkte. Zeit nehmen, auf die Hände achten und mit dem Kind sprechen.

Und wenn du dir vornimmst jetzt für eine Zeit ganz bewusst darauf zu achten, wird es schon ganz bald zur Gewohnheit und du machst deinem Kind damit ein großes Geschenk. Ein sehr großes Geschenk. Liebe, die dein Kind erfährt.

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Vielleicht magst du deine Gedanken zum Babypflegen mit uns teilen? Hast du es probiert einmal auf die drei Punkte zu achten? Fiel es dir schwer? Oder hast du es bisher auch so, rein intiutiv gemacht? Ich freue mich über dein Kommentar, Danke dafür!


Über das Recht auf achtsame Berührung kannst du auch hier noch einmal nachlesen.

Über Babykleidung habe ich vor einiger Zeit hier etwas geschrieben. Über Windeln hier und über die Babyausstattung hier. Viel Spaß beim Stöbern!

Mama-To-Do-Liste: was ich tun muss um eine gute Mutter für mein Baby zu sein

Als ich zum ersten Mal Mutter wurde und die ersten aufregenden Wochen vergangen waren, fand ich mich plötzlich ziemlich orientierungslos in meiner neuen Rolle wieder. Wie so viele Mütter hatte ich mich auf die Geburt und die ersten Wochen vorbereitet. Und das war dann irgendwann geschafft. Das Stillen hatte sich eingependelt, Windeln wechseln, Babypflege und all dies waren zur Selbstverständlichkeit geworden. Ich ertappte mich immer wieder dabei mich zu fragen: „und nun? Was sind nun meine Aufgaben als Mutter? Verpasse ich gerade etwas? Müsste ich etwas tun? Zu irgendwelchen Kursen gehen?“. Inzwischen weiß ich, dass es vielen Müttern in den ersten Monaten so geht. Ich bin mit diesen Fragen nicht allein.

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Nun, nach fast 3 Jahren in der Rolle als Mutter, wieder an diesem Punkt mit einem kleinen Baby habe ich überlegt, was ich mir selbst raten würde, wenn ich zu der jungen Mutter Jule von vor 3 Jahren zurückreisen könnte. Was würde ich mir selbst an die Hand geben, um mir Sicherheit und Orientierung in dieser Phase zu geben. Daraus entstanden ist diese

Mama-to-do-List:

• Auf das eigene Bauchgefühl hören
Du bist die Mama und damit Expertin für dein Kind. Vertraue deinem Bauchgefühl und lasse dich nicht von Ratschlägen anderer aus der Bahn werfen!
• Baby pflegen
Immer mit möglichst viel Ruhe und Gelassenheit. Nutze diese Pflegesituation um in liebevollem Kontakt mit dem Kind zu sein.
• Für genügend und angemessene Nahrung sorgen
Im ersten Jahr ist dein Baby ein Säugling! Die ersten 6 Monate genügt ihm Milch vollkommen, danach kannst du ganz entspannt mit der Einführung von „fester“ Kost beginnen! (ich gehe hier von einem gesunden Kind aus)
• Bewegungsentwicklung ermöglichen und für Sicherheit sorgen
Nur ein Baby, das die Möglichkeit hat zu üben, sich zu drehen, aufzurichten oder voran zu kommen, kann dies entwickeln! Babys gehören deswegen auf den (gepolsterten) Boden. Hier üben sie vollkommen ohne unser zutun!) sich zu bewegen. Der Raum muss so gestaltet sein, dass das Kind hierbei keinen großen Gefahren ausgesetzt ist. Kindern muss nicht gezeigt werden, wie sie sich drehen müssen, krabbeln oder hochziehen. Sie tun es von ganz alleine- wenn sie die Möglichkeit haben!
• Beziehung zum Baby pflegen
Mit dem Baby sprechen und singen. Auf seine Gefühlsäußerungen reagieren- das Baby trösten wenn es Kummer hat und sich mit ihm freuen, wenn es sich freut. Liebevoll zugewandt sein. Körperkontakt.
• Eigene Bedürfnisse wahrnehmen
Und nach Möglichkeit erfüllen. (Es ist wichtig, dass du bei Kräften bleibst. Wenn du dich aufopferst, ist damit am Ende niemandem wirklich geholfen! Eine ungestörte Dusche oder gelegentlich Zeit für Sport/Hobby sollten nicht die Ausnahme sein!)

Ich glaube, diese Liste hätte mir damals geholfen. Um innerlich immer wieder abzuhaken. Und dann zu wissen: es ist gut genug, was ich mache. Und das reicht. Gut genug zu sein. Es muss nicht perfekt sein.

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Was meinst du, kann dir eine solche Liste auch hilfreich sein? Magst du meine als Inspiration nehmen, um deine ganz eigene Mama-to-do-Liste zu erstellen?
Ach und zuletzt noch- ich merke, dass ich zu jedem Punkt einen eigenen Artikel verfassen könnte. Würde dich das interessieren? Welcher Punkt am meisten?

Wochenbettkuchen- ein zauberschönes Geschenk für eine frisch gebackene Mutter- veganes, „zuckerfreies“ Kuchenrezept

 

Als es am dritten Tag nach der Geburt an der Haustür klingelte, brachte mir meine Nachbarin großes Wochenbettglück. In Form von einem kleinen Kuchen aus ihrer Gefriertruhe. Der Kuchen machte mich glücklich. Sehr sogar. Denn er schmeckte nicht nur wunderbar, er gab mir viel Energie und füllte meinen oft leeren Magen, ohne, dass ich dafür viel vorbereiten/kochen musste. So gehörte es schnell zur morgendlichen Routine ein Stückchen von diesem leckeren Schätzchen aus der Gefriertruhe zu nehmen und bereit zu stellen für den Hunger, der sicher im Laufe des Tages ganz unerwartet um die Ecke kam. Der perfekte Wochenbettkuchen also.

image(2) Als ich das Rezept durchlas, bestätigte sich meine Vermutung: die Zutatenliste ist voll von wertvollen Zutaten, die eine frisch gebackene Mama braucht.

 

Der Boden besteht aus Mandeln, Datteln und Zimt. Die Mandel liefern viele ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Kupfer und auch grosse Mengen der Vitamine B und E. Dattel sind reich an Vitamin B und C und enthalten jede Menge Kalium und Eisen. Auch Magnesium und Kalzium sowie Ballaststoffe liefern die Datteln. Was genau das alles im Körper unterstützt und wofür es notwendig ist, beschreibe ich jetzt nicht genauer, festgehalten werden sollte aber, dass diese Inhaltsstoffe für viel Energie sorgen. Und die brauchen frisch gebackene Mütter ganz dringend.

 

Die Füllung besteht größtenteils aus Cashewkernen. Sie liefern nicht nur ähnlich wertvolle Mineralstoffe wie die Mandeln und Datteln, sie werden auch als echte Nervennahrung und Glücklichmacher bezeichnet. Wenn das nicht absolut passend ist für das neue Leben mit einem kleinen Baby. Das Kokosöl in der Füllung ist eines der natürlichsten Öle.

 

Doch ich entdeckte auch eine Zutat, die mir nicht optimal vorkam. Zitronensaft. Stillende sollten Zitrusfrüchte nur in geringen Mengen konsumieren, da diese bei manchen Babys zu harmlosen Reizungen im Windelbereich führen können. Meinem Kind hat es nichts ausgemacht (obwohl es sehr empfindlich ist) doch mein Ehrgeiz, das Rezept so umzuwandeln, dass ich es wirklich als perfekt bezeichnen mag, war geweckt. Ich experimentierte also rum, über Zitrone-einfach-weg-lassen über Apfelmuss-statt-Zitronensaft bis zu Zitronenöl probierte ich alles mögliche aus. Zum Glück haben meinem großen Kind alle Varianten geschmeckt, alleine hätte ich gar nicht alle Varianten probieren können. Nun habe ich die perfekte Lösung gefunden. Eine Mischung aus wenig Zitronensaft (ohne geht es geschmacklich einfach nicht!) und Zitronenöl (aus dem Biomarkt) ist für mich die optimale Lösung.Die angegebene Menge an Zitronensaft verteilt auf die gesamte Menge ist der gering und sollte kein Problem für den Babypopo darstellen.

 

Hier nun also mein Rezept für den weltleckersten Wochenbettkuchen

 

Zutaten:

Für den Boden

• 140g Mandeln

• 90g Datteln

• 2EL kaltes Wasser

• eine Prise Zimt

Für die Füllung

• 200g Cashews (natur- ungesalzen und ungeröstet, mindestens 2Std in Wasser eingeweicht!)

• Saft einer halben Zitrone

• 2 EL Zitonenöl

• 5 EL Reissierup (wer es süß mag gibt nach Geschmack mehr dazu)

• 60g Kokosfett

• 60ml Wasser

• ½ Vanilleschote

So wird es gemacht:

Zutaten für den Boden mixen/pürieren. Besonders lecker ist es, wenn die Datteln und Mandeln nicht ganz fein püriert sondern noch stückig sind. Eine kleine Springform mit Backpapier auskleiden und den Teig auf Boden verteilen und einen Rand (ca 2 cm) hochziehen.

Für die Füllung die Cashews abgießen und kurz mit klarem Wasser abspülen. Kokosfett vorsichtig in Topf schmelzen. Vanilleschote auskratzen. Alle Zutaten sehr fein mixen/pürieren. Füllung in die Form geben. Nun kann der Kuchen kann nach Belieben verziert werden, zum Beispiel mit Heidelbeeren, Zitonenabrieb oder auch Schokoraspeln.

Kuchen für mind. 2Std. in die Gefriertruhe stellen.

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Der Kuchen kann gefroren als Eistorte gegessen werden oder gekühlt als Kuchen. Am besten schmeckt er wenn er ca. eine Stunde bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank auftauen konnte. Nach dem ersten Frieren lässt er sich gut in Stückchen schneiden und kann dann portionsweise im Gefrierfach aufbewahrt werden.
Ein letzter Gedanke von mir zu diesem Kuchen: wenn du dir selbst oder einer anderen jungen Mutter etwas tolles zur Geburt schenken möchtest, bereite diesen Kuchen doch schon in der Schwangerschaft vor und friere ihn ein, dann kann er gleich nach der Geburt Glücksgefühle auslösen. Und das natürlich nicht nur bei der frisch gebackenen Mutter. Sondern auch für die lieben Helfer, die sich um Mutter und Kind kümmern und auch eine Stärkung vertragen können. Oder alle anderen, die gerne einen tollen Kuchen genießen mögen.
Ich freue mich, wenn ihr berichtet, für wen ihr diesen Kuchen zaubern wollt oder auch an wen ihr dieses Rezept als kleinen Wink mit dem Zaunpfahl weiterleitet habt (denn dieser Kuchen lässt sich sogar von ungeübten werdender-Papa-oder-Opa-Händen wunderbar zubereiten.)

 

Dattel-Kokos-Stillkugeln -ein zauberschönes Rezept- nicht nur für Stillende

Stillen kostet viel Energie. Sehr viel. Und oft ist es für junge Mütter schwierig sich ausreichend um eine ausgewogene, energiereiche Ernährung zu kümmern. Doch es gibt Abhilfe: Stillkugeln sind die Retter in der Not. Sie liefern viel Energie, sind Ballaststoffreich und versorgen auch noch mit wichtigen Fettsäuren. Der ideale Snack für alle Mütter. Im Idealfall beeinflussen sie auch die Milchbildung- ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!
Hübsch verpackt sind die Stillkugeln übrigens ein großartiges Geschenk für alle Wöchnerinnen! Und natürlich auch alle anderen, die gerade eine Extraportion Energie brauchen! Mit liebe Zubereitet wirken sie sicher gleich doppelt so gut, also ran ans Werk!

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Und für alle Mütter, die sich selbst mit dem Wundersnack verwöhnen wollen: das Baby ins Tragetuch und los geht’s!

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zauberschönes Tragetuch von Pollora

Dattel-Kokos- Stillkugeln frei nach einem Rezept von Ingeborg Stadelmann:

250g Weizen (grob geschrotet)
250g Hafer (grob geschrotet)
100g Datteln
150g Vollkornreis
120g Butter
100g Honig
1TL Zimt
1 Glas Wasser
Kokosraspeln

  • Den Reis kochen.
  • Das Getreide in einer Pfanne ohne Öl rösten, bis es leicht braun ist
    Datteln hacken.
  • Zutaten zusammengeben und gut durchkneten.
  • Kleine Bällchen (ca. 2-3cm Durchmesser) formen und in Kokosraspeln wälzen.
  • Stillkugeln im Kühlschrank aufbewahren. Je nach Haltbarkeit der Butter sind die Stillkugeln bis zu 4 Wochen im Kühlschrank haltbar. Sie lassen sich auch wunderbar einfrieren und dann Portionsweise auftauen.

 

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zuckerfreie Ostereier für ein zauberschönes Osterfest

An Ostern feiern wir das Leben. Die Liebe. Die Hoffnung.

Und zu Ostern gehören Ostereier. Gerade für die Kleinen! Welch leuchtenden Augen wir bei der  Osterei Suche erleben! Und das Strahlen im Gesicht, wenn die Süßigkeiten verschlungen werden.

Diese Freude sollen natürlich alle Kinder- auch die, die auf Industriezucker verzichten, erleben können. Mit allem drum herum: eiförmig, bunt und lecker.

Das brachte mich etwas ins Grübeln. Letztlich habe ich zwei Ideen umgesetzt, die jedes Kinderherz höher schlagen lassen und die ganz fix selber gezaubert sind.

 

Lieblingssüßigkeit als Osterei

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Jedes Kind hat seine Lieblingssüßigkeit. Ein zuckerfreier-Dinkelkeks, Rosinen oder Minibrezen zum Beispiel. Für diese Leckereien brauchen wir einfach nur eine Eihülle.

Ich habe hier einfach

-eine Plastikeiform (aus dem Bastelladen, noch lieber hätte ich Pappe gehabt… Man könnte alternativ auch die Ü-Ei Plastikeier nehmen)

-Stoffreste im Quadrat

-Schnur

-Lieblingssüßigkeit (hier Rosinen) verwendet.

 

 

Kinderpralinenosterei

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Die weltbesten Kinderpralinen (Rezept hier), lassen sich wunderbar in Eiform bringen, bunt verspackt das ideale „zuckerfreie“ Kinderosterei!

Ich habe hier einfach

-die Masse nach Rezept hergestellt,

-daraus kleine Ostereier geformt

-diese im Kühlschrank etwas fest werden lassen (ca 1 Std).

-Danach in eine Schicht Plastikfolie

-und eine Schicht buntes Seidenpapier gehüllt.

-und mir einer Schnur verschlossen.

 

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Ich bin mir sicher- diese Ostereier, mit Liebe hergestellt, erfreuen jedes (Kinder-) Herz.

INun wünsche ich euch allen ein wundervolles Osterfest !